Einblicke in die Umfrageergebnisse
„Es gibt viele unterschiedliche Orte, an denen sich Menschen begegnen, die ansonsten nicht zusammenkämen. Sie unterhalten sich, essen zusammen und machen Dinge zusammen.“ So beschreibt eine Teilnehmerin ihr Erlangen des Jahres 2040.
Im März und April 2026 nutzten viele Erlangerinnen und Erlanger die Gelegenheit, an der Online-Umfrage teilzunehmen und Hinweise für das Stadtentwicklungskonzept (STEK) mitzugeben. 643 Menschen füllten die Umfrage vollständig aus – mit einer Altersspanne von 6 bis 87 Jahren und einer relativ ausgewogenen Verteilung nach Alter und Geschlecht. Besonders stark vertreten waren die Stadtteile Büchenbach, Innenstadt, Süd, Ost und Bruck.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihre zahlreichen, wertvollen Hinweise.

Erlangens Schätze
Was macht Erlangen besonders lebenswert? Die Antworten waren vielfältig. Oft wurden die Orte Burgberg, Stadtwald und der Weiher im Röthelheimpark als Erholungsorte im Grünen auf der Karte markiert. Viele schätzen das nachbarschaftliche Leben in ihren Stadtteilen – ob in Büchenbach, Röthelheimviertel oder Innenstadt. Die Universität, die Stadtbibliothek und das Kulturangebot wurden als Stärken genannt. Häufig erwähnt: die entspannte, weltoffene Atmosphäre einer überschaubaren Stadt, in der man sich begegnet – auf dem Marktplatz, in Cafés, beim Spaziergang.
Wo sahen die Teilnehmenden Handlungserfordernisse?
Die beiden Heatmaps veranschaulichen die Anzahl der Hinweise, sie zeigen: Lieblingsorte (linke Karte) und Orte mit Handlungsbedarf (rechte Karte) liegen nah beieinander. Besonders im Fokus standen Innenstadt, Büchenbach, Erlanger Süden und Frauenaurach.

Die häufigsten Kritikpunkte: zu wenig Grün und Schatten in einer im Sommer sehr heißen Stadt, wachsender Leerstand und eine eintönige Geschäftsstruktur in der Innenstadt, fehlende oder gefährliche Radwege – vor allem auf Verbindungen nach Nürnberg und zwischen den Stadtteilen. Dazu schlechte ÖPNV-Anbindungen in Randlagen wie Tennenlohe, Eltersdorf oder Dechsendorf. Plätze wie Rathausplatz, Zollhausplatz und Neuer Markt wurden als versiegelt und wenig einladend beschrieben. Viele wünschten sich weniger Durchgangsverkehr in der Innenstadt. Die StUB wurde oft als wichtige Verkehrsalternative genannt.
Wo steckt Entwicklungspotenzial?
Über 1.140 Hinweise gingen zu dieser Frage ein. Es wurden zahlreiche Angaben zu leerstehenden Gebäuden in der Innenstadt gegeben – verbunden mit dem Wunsch, Eigentümerinnen und Eigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen. Alte Siemens-Areale, Brachflächen an den Bahntrassen und eingeschossige Supermärkte wurden als Potenziale für bezahlbaren Wohnraum benannt. Versiegelte Parkplätze und unbelebte Plätze sollten zu Grün- und Freizeitflächen verwandelt werden. Viele Teilnehmende hatten einen Fokus auf Gewerbeflächen: Sowohl neue Standorte als auch die Reaktivierung bestehender Areale wurden als Potenziale markiert. Und das Regnitzufer – bisher kaum erlebbar – wurde als großes ungenutztes Potenzial wahrgenommen: mit dem Wunsch nach Promenaden, Badestellen und Cafés direkt am Wasser.


Erlangen 2040 – Blick in die Zukunft
Die Abschlussfrage zeichnete ein vielstimmiges, aber in vielen Punkten einheitliches Bild. Die Teilnehmenden wünschten sich eine Stadt der Begegnung – mit belebten Plätzen, Gastronomie und Orten, die zum Verweilen einladen. Grüner und kühler soll sie sein, mit mehr Bäumen und entsiegelten Flächen. Stadt am Wasser – Regnitz, Kanal und Schwabach sollen Teil des Stadtlebens werden: erlebbar, zugänglich, mit Promenaden und Badestellen. Ein eng getackter ÖPNV, lückenlose Radwege und eine weitgehend autofreie Innenstadt stehen für viele für Lebensqualität. Und überall zieht sich ein Thema durch: bezahlbarer Wohnraum, klug entwickelt auf vorhandenen Flächen statt auf der grünen Wiese. Daneben gab es auch Stimmen, die mehr Wirtschaftsorientierung und Pragmatismus einforderten.
Was passiert mit den Ergebnissen?
Alle eingegangenen Hinweise wurden geprüft, kategorisiert und ausgewertet. Potenzielle Flächen für Wohnen und Gewerbe werden im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts (STEK) noch vertieft untersucht. Hinweise zur Innenstadt werden für die Erstellung des Innenstadtkonzept weitergegeben. Alle weiteren Hinweise werden ausgewertet und an die jeweils zuständigen Stellen weitergeleitet.